Werbung by Urs Graf, 1515


Deutsch: Die Werbung eines Landsknechts in einer Zunftstube. Am unteren Ende der Tafel in der Zunftstube sitzt ein französischer Werber, am oberen Ende, rittlings sitzt der Landsknecht. In der Mitte verfolgt ein Eidgenosse den Handel. Er trägt einen Schweizerdolch und einen Anderthalbhänder. Hinter dem Landsknecht steht der Tod, der im sein Knie in den Rücken drückt. Im Schriftband steht "Jch wet uch gern/ein wil zu lossen/was ir rettend vunder disser rosen" - "ich will euch gerne eine Weile zuhören, was ihr redet unter dieser Rose". Die Rose meint einerseits die geschnitzte Rose an der Decke, aber auch in Anspielung auf die Redewendung "unter Rosen reden" das Heraufbeschwören eines Unglücks durch unsinniges Geschwätz. Die Szene steht in Zusammenhang mit dem Abschluss des Soldbündnisses zwischen Frankreich und der Eidgenossenschaft am 5. Mai 1521 bzw. dem Beginn der Anwerbung deutscher Landsknechte durch Frankreich im Juli 1521. Die Eidgenossen befürchteten, die Landsknechte würden sie auf dem Schlachtfeld verraten. Federzeichnung mit schwarzer Tusche, 21,3 x 32 cm
Source: Cäsar Menz, Hugo Wagner (red.): Niklaus Manuel Deutsch. Maler, Dichter, Staatsmann. Kunstmuseum Bern, Bern 1979.
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